Mein großer Computer hat sich gerade in ein Schwert gestürzt, Wiederbelebungsversuche werden in wenigen Minuten unternommen, können sich aber über Tage hinweg ziehen. Deswegen erst mal keine weiteren, restlichen Fotos aus Schottengland, aber ein grandioses Video, das ich gerade aus dem Datenmeer gefischt habe. Ich habe nur halb auf den Text gehört, weil ich so von den Zeichnungen fasziniert war.
In zwei Stunden fährt unser Zug nach Nottingham. WIr sind also sozusagen bald wieder auf dem Rückweg.
Heute morgen hing ich ungefähr so rum, wie dieser Stein...hund? Wir sind gestern an den Hafen gelaufen, haben gute 20 Kilometer zurückgelegt. Hab ich schon erwähnt, dass Edinburgh sehr bergig ist?
Jeder Steinhund braucht einen Totenschädel mit Baseballcap als Nachbarn.
Am Hausberg Edinburghs.
Einige Unigebäude hier in Edinburgh haben solche Fassaden. Man könnte denken, dass da wirklich viele kleine Steine beim Bau benutzt worden sind...
...wenn man sich die aber genau ansieht, stellt man fest, dass da nachträglich Mörtel aufgetragen ist, in den dann die vielen Linien eingezogen werden.
Am Hafen in Leith, Edinburgh. Gimp kann helle Himmel mit Wolken nicht richtig interpolieren, deswegen schaut dieses Bild hier vermutlich etwas merkwürdig aus.
Wenn es bloß im Deutschen auch so eine coole Formulierung für "Wirf deinen Müll in den Mülleimer" gäbe...
Und hier noch ein lustiger Baum aus einem der Villenvorgärten. Ist laut Internet eine hier wohl eher nicht so heimische Andentanne.
13 September 11 um 19:46| ein Kommentar Trackbacks -->
Edinburgh, laut unserem Reiseführer eine der zehn schönsten Städte Europas, ist tatsächlich eine feine Dame. Herausgeputzt liegt sie da, gebettet zwischen grüne Hügel und steile Felsen. Überthront vom gigantischen Edinburgh Castle lässt sie vorrangig akademisches Publikum und wohlhabende Gäste auf ihrem Kopfsteinpflaster herumstolzieren.
2008 wurde sie zur UNESCO City of literature gekrönt. Unzählige Romane spielen in ihren verwinkelten Gassen und über und unter ihren steilen Treppen. Nur Schwarz-Weiß-Fotos werden ihr gerecht.
Der alte viktorianische Friedhof neben der Hauptattraktion Glasgows, der Glasgow Cathedral. Auch vor Friedhöfen macht der typische englische Rasen nicht halt (auch wenn wir hier natürlich in Schottland sind, was üüberhaupt nicht mit England gleichgesetzt werden darf, sonst fängt man sich kaputte Wangenknochen oder zumindest einen bösen Blick ein).
Ein ziemlich neuer Bau, der das "Museum for religious life and art" beinhaltet. Ich könnte stundenlang diese Steinmauern betrachten.
Falls man irgendwie mal zu dem Eindruck gekommen sein sollte, dass Religion und Kirche eigentlich gar nicht mehr so präsent und wichtig für unsere moderne Gesellschaft sind, muss nur mal nach Schottland fahren. Grob geschätzt läuft man in Glasgow alle drei Minuten an einem Gotteshaus vorbei. Wer kann auch bitteschön solch einem Slogan widerstehen?
11 September 11 um 22:28| ein Kommentar Trackbacks -->
11.September 2011, Edinburgh Argyle Backpackers
A glasvegian fairytale
Es waren einmal ein bärtiger Prinz und eine Prinzessin mit kleinen Brüsten, die in die ferne Stadt Glasgow fuhren, um dort Abenteuer zu erleben. Sie fanden eine Unterkunft, die aber ihrem Ruhebedürfnis zwischen den Abenteuern nicht entgegen kam. "You can't do anything without invading the space of others", formulierte es ihr artsy Zimmergenosse, als sie sich eines morgens auf dem Weg in ein Haus der Kunst und ausgestopften Tiere machten.
Da stand ihr Entschluss bereits fest: Sie würden keine weitere Nacht in dieser Unterkunft des Lärms, mangelnden Platzes und der schlechten Luft verbringen. Am Abend zuvor hatten sie bereits die nötigen Schritte eingeleitet und über magische Wege Kontakt zu Leuten aufgenommen, die ihnen möglicherweise Unterschlupf gewähren konnten. Und siehe da - ein aufgeschlossener Bürger, selbst vor einigen Jahren in das ferne Land ausgewandert, erklärte sich bereit die zwei Hilfesuchenden aufzunehmen. So wanderten sie los, hügelauf, hügelab, vorbei an palastähnlichen Bauten und pfeilschnellen Gefährten, um ihren Retter zu treffen.
Oh, und mit welcher Freude sie dort aufgenommen wurden: Ein festliches Mahl wurde kreiert, Geschichten geteilt, ein eigener Raum zur Übernachtung zur Verfügung gestellt. Des Nachts versuchten die Nachbarn zwar, möglichst laute Geräusche zu erzeugen, scheiterten aber kläglich daran, die quietschenden Metallschlafstätten der vorherigen Herberge zu überbieten. Freudig zog das Prinzenpaar am nächsten Morgen weiter, die nächste Stadt zu erobern, und auf dem Weg dorthin teilten sie folgende Moral: Wenn man unzufrieden ist, lohnt es sich einfach, etwas zu ändern.
In Kurzfassung: Hostel war scheiße, und wir haben unsere erste Couchsurfingerfahrung gemacht.
Hier noch ein kontextloses Bild von Flos Handykamera.
09 September 11 um 13:51| ein Kommentar Trackbacks -->
Donnerstag, 8. September 2011, Aufenthaltsraum des Hatters Hostels in Manchester
Zwei Tage Manchester liegen hinter uns. Eine großartige Stadt. Knapp 400.000 Einwohner, aber mindestens so viel Leben als ob es vier mal so groß wäre. Die Musikszene ist rießig, es gibt duzende Theater (als es zweistellig wurde, habe ich aufgehört mitzuzählen), BBC hat hier eine große Niederlassung, die Cafés sind so gemütlich und individuell eingerichtet wie man es sich nur wünschen kann und trotz allem sind die Leute so entspannt, wie es in einer mittelgroßen Stadt eben üblich ist. Keine gehetzten Blicke, kein "Menschen-sind-nur-Dinge-um-die-man-herumlaufen-muss"-Gefühl wie z.B. in London.
Gestern abend waren wir bei "The Jezabels" im Deaf Institute. Am anderen Ende der Stadt, aber trotzdem nur 20 Minuten zu Fuß entfernt. Sie wurden allen Erwartungen gerecht. Der einzige Kritikpunkt ist vielleicht, dass ihre Lieder sich oft stark ähneln. Aber sie haben ja noch nicht mal ein erstes Album veröffentlicht, da ist bestimmt noch Potential zur Entwicklung der Vielfältigkeit vorhanden. Sogar Flo fands gut, obwohl es ja eher nicht so Flomusik ist.
Hier ein kurzes Video, Sound ist natürlich unendlich grottig (ähm ja, Bild auch, aber so als "Ich-war-wirklich-da-Beweis" taugts).
Noch fünf Minuten Internetzeit für Flo. Hier waren wir im ersten Hostel, in dem Internet nicht gratis war.
Es wäre echt mal eine gute Sache für Deutschland, wenn man es dort hinbekommen würde, dass es vermehrt kostenloses WLAN gibt. Jede Pizzabude hat hier free wi-fi, das ist echt ein Standard, an den man sich gewöhnen kann. Schattenseite: Die Anzahl der Leute, die hier mit ihrem Smartphone beschäftigt sind und sich ihrer Umgebung entziehen, ist um ein Vielfaches höher.
Flo liest jetzt Snow Crash, nachdem er Darknet innerhalb drei Tagen durch hatte. Ich lese "A visit from the goon squad", was laut Aufschrift auf dem Titelbild dieses Jahr den Pulitzer Preis gewonnen hat. Ziemlich gutes Buch bislang. Viele Fäden, die noch verwoben werden müssen.
Im Radio läuft mal wieder Adele. Ist irgendwie total an mir vorbeigegangen, dass das der neue große Superstar ist. In einer Stunden fahren wir weiter nach Glasgow.
Wir hatten beide Angst, dass Glasgow, direkt neben dem vielgepriesenden Edinburgh liegend, das gleiche triste Bild wie Liverpool neben seiner hübschen Schwester Manchester abgeben würde. Aber, glücklicherweise, weit gefehlt. Was zum einen daran liegt, dass wir im angesagten Studenten- und Künstlerviertel Westend untergekommen sind, zum anderen, dass Glasgow viel Energie ins Verstecken seiner hässlichen Seite steckt. Vielleicht wird sich mein Eindruck auch noch ändern, nachdem wir zwei Tage hier herumgelaufen sein werden. Mal sehen.
Gestern Abend waren wir in einem Pub in Westend, der fünf Tage die Woche jungen Bands eine Plattform für ihre Musik bietet (am sechsten gibt es die unumgängliche Quiz Night, am siebten auch Musik, aber nur akustisch). Als wir uns gerade hingesetzt hatten, noch bevor die Bands anfingen zu spielen, brach der Barkeeper das aktuelle Lied ab, um drei QUOTSA-Songs nacheinander zu spielen. Flohimmel...
Hier noch zwei Bilder, auf dem ersten ist Liverpools liebstes stacheliges Dekoelement zu sehen, auf dem zweiten eins der Cafés in Manchester, in welchen man vergessen kann, dass es noch andere Dinge außer Kaffee, gutem Essen und Bücher gibt.
05 September 11 um 13:21| ein Kommentar Trackbacks -->
Sonntag, 4.September 2011, Busstation Birmingham
Karlsruhe - Mannheim - Köln - Brüssel - London - Oxford. Ganz schön langer Weg, den wir gestern zurückgelegt haben.
Erste bewusst wahrgenommene Station: Frühstück auf den Stufen vorm Kölner Dom, imposant wie eh und je.
Das Einsteigen in den Eurostar in Brüssel ist nicht einfach nur ein Umsteigen von einem Zug in den anderen. Der Eurostar ist vielmehr ein Flugzeug auf Gleisen, Passkontrolle auf belgischer Seite, Sicherheitskontrolle im Niemandsland, Passkontrolle auf englischer Seite. Bahnstewardessen begrüßen die Passagiere beim Einsteigen, wünschen beim Aussteigen eine gute Weiterreise.
Im Eurostar trank ein altes Ehepaar, sie herausgeputzt mit Hochsteckfrisur, langen Silberohrringen und tiefem Dekollté, aus zwei kleinen Plastikbechern, halb gefüllt mit Eiswürfeln, Gin Tonic. Zubereitet aus zwei 0,2l-Dosen Tonic Water und zwei Miniaturflaschen Gin.
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Montag, 5. September 2011, Wohnzimmer des Hostels, Liverpool
Ganz schön aufwändig, raw-Bilder auf diesem kleinen Laptop zu bearbeiten. Vermutlich werden sie nicht mal wirklich besser, dieses kleine Display ist einfach zu dunkel. Ich bräuchte ein Handy, das so was automatisch macht und auch gleich automatisch postet. Iphones können das bestimmt. Aber Apple ist böse, kommt also nicht in Frage. Immerhin hatte Flo so Zeit, sein Buch weiterzulesen. Darknet fesselt ihn genauso wie zuvor schon Daemon.
Hier regnet es, surprise, surprise. Aber endlich Gelegenheit, meine neue Regenjacke auszuprobieren.
Oxford war nicht so hübsch und beeindruckend wie erwartet, aber auch nicht schlecht. Gestern fuhren wir dann fünf Stunden mit dem Bus nach Liverpool. Als wir in Birmingham umstiegen fragte ein Mädchen den Busfahrer, ob sie mit ihrem Ticket auch nur bis Liverpool fahren könne, obwohl sie eine Station weiter gebucht hatte. Seine Antwort: "Are you sure you want to get off there? If I had the choice I wouldn't do that." Großes Gelächter im vorderen Teil des Busses. So viel also zum Bild, das die Leute hier von Liverpool haben. Und bislang haben wir auch noch keine schönen Ecken hier gesehen, aber wir sind auch noch nicht viel rumgelaufen. Das steht jetzt an. Sobald ich Flo von seinem Buch losreißen kann...
Und hier also noch ein paar Bilder, chronologisch, die Babykatze ist also gerade hier bei uns!
Frühstück vorm Kölner Dom
Letztes Mal umsteigen am Samstag: Paddington Bahnhof in London
So schaut ein einladendes Hinweisschild für ein Café aus.
Auf der Dachterrasse des Hostels in Oxford.
Erste Urlaubszigarette.
Kritischer Blick, aber ausgestattet mit allen lebenswichtigen Utensilien.
Das Hostel ist zwar nicht besonders hübsch hier in Liverpool, aber es verfügt über eine Babykatze!
Stefahn (Zurück): Der Link ist ja nicht klic… manumiu (Zurück): Nein, das hab ich in irgen… Stefahn (Zurück): Hast du das Video auf dem … Stefahn (England 2: Liverp…): Seid ihr einem Gallagher ü… Stefahn (Scotland: Edinbur…): Zu deiner Moral passender … moz (Scotland: Edinbur…): hey ihr zwei, euer urlaub … Simon (England 1: Karlsr…): @fiji: Du spinnst wohl! De… Flo (): Zufriedenheit – das kann a… manumiu (): Das ist ein Horrorszenario… Yvonne (): Zufriedenheit- damit zufri…