
Wie eine Szene aus einem alten Schwarz-Weiß-Film...
Schon wieder Musik. Aber anders.
31Knots - Compass commands
31Knots - The breaks
31Knots - Sanctify
Der Drummer mit den langen Haaren schaut auf diesem Bild aus wie ein begossenes Meerschweinchen:
Ergebnis einer nicht-repräsentativen Umfrage:
Noam Chomsky ist eher Informatikern als Germanisten bekannt, was vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass man als Germanist mit Linguistik nicht viel zu tun haben muss, was aber sehr schade ist. Informatiker wissen dafür meistens nicht, dass Chomsky eigentlich Sprachwissenschaftler ist, von seinem politischen Engagement wissen sie auch nicht und was mich betrifft wusste ich nicht, dass Chomsky von Rage against the machine interviewt wurde.
Eigentlich sollte aber dieses
Gedicht im Mittelpunkt stehen. Jetzt muss es sich mit der Position des netten Gimmicks abfinden. Das Leben ist manchmal sehr unfair.
Auf die erdverbundene Art. Verblüffende Ähnlichkeit mit dem "Serviervorschlag" auf der Verpackung.

Vor ungefähr acht Jahren hörte ich eine zuvor gekaufte CD im damals unentbehrlichen Discman, während ich mit der Straßenbahn durch Nürnberg fuhr. Ich wollte noch einen Freund besuchen.
Während ich aber in der Bahn saß und die Häuser und Menschen durch die Fenster beobachtete, zog mich dich Musik, die da in meine Ohren drang, in einen merkwürdigen, starken Bann. Ohne den Text genau zu verstehen, hatte ich das Gefühl, dass hier etwas anders war. Kein Refrain drückte den Text in künstliche Strukturen, keine Reime ließen die folgenden Worte erahnen. Diese Musik war poetischer als alles zuvor gehörte. Es war das Gefühl, dass hier jemand mehr verstand als die meisten anderen Menschen und dies in tief melancholische Lieder umsetzen konnte. Regungslos lauschte ich Lied um Lied und vergas meine Umgebung.
Und so merkte ich erst nach einer geraumen Weile, dass sich die Bahn schon seit längerem nicht mehr bewegt hatte. Außer mir war niemand mehr im Abteil. Benommen stand ich auf, stieg aus dem Wagen und musste feststellen, dass ich keine Ahnung hatte, wo ich mich befand. Ich war in einem Teil der Stadt gelandet, in dem ich zuvor noch nie gewesen war. Ich hatte das Gefühl, dass mich die Musik in eine andere Welt befördert hatte. Mittlerweile war sie jedoch verstummt und die frische Luft und die Geräusche der Stadt holten mich zurück in die Realität. Mein wieder klarer Verstand sagte mir, dass Straßenbahnen normalerweise nach einem kurzen Aufenthalt am Endbahnhof die gleiche Strecke zurückfahren, die sie gekommen sind und so ging ich zurück in die Bahn, die wenige Minuten später wirklich losfuhr und mich bald wieder zurück in vertraute Gebiete brachte. Dieses Erlebnis verband mich aber aufs Tiefste mit der Musik, die es ausgelöst hatte - Bright Eyes, mit ihrem damals erschienenen Album "Lifted or the story is in the soil, keep your ear to the ground ".
Und jetzt, acht Jahre später, sind Bright Eyes' bzw. Conor Obersts Alben immer noch die einzigen, die ich mir auf CD kaufe, ohne sie zuvor anzuhören.
Auch das Album, dass er letzte Woche unter seinem wirklichen Namen Conor Oberst veröffentlich hat, enthält wieder Texte, die mehr unter der Oberfläche graben, als alles andere mir bekannte. Es ist faszinierend, wie er zum Beispiel in "
Lenders in the temple" (oder
hier live) die Ermordung Caesars, Jeanne d'Arc, buddhistische Symbole eine gute Portion Existentialismus, "bitch", absurde Folgen der globalisierten Wirtschaft und noch vieles mehr zu einem ganz einfachen Liebeslied zusammensetzen kann, dass sich einfach nur schön anhört. Die Musik hat sich über die Jahre hinweg weiterentwickelt, glücklicherweise, die Melancholie ist weniger stark ausgeprägt, Lieder haben häufig mehr Struktur und manchmal vermittelt die Musik sogar wirkliche Zufriedenheit. Große vielschichtige Kunst, die beim ersten Hören wirkt und dennoch so viel mehr enthält.
Ebenfalls von "Conor Oberst"
Conor Oberst - Cape Canaveral
Von "Fevers and Mirrors" (2000)
Bright Eyes - Haligh, haligh, a lie, haligh