Schilder mit großen, durchgestrichenen Zigaretten hängen hier vielerorts an den Wänden. Diese scheinen dazu aufzufordern, möglichst viel zu rauchen. Außerdem ist es überall dort, wo diese Schilder hängen, auch gestattet, allen Müll, den man gerade so produziert, sowie die Abfälle, die man seit Wochen in seinen Taschen trägt, auf dem Boden zu verteilen. Kleine, flache Becher, die auf den Tischen stehen, scheinen dahingegen zum daraus trinken bestimmt. Anders ist es glaube ich nicht zu erklären, dass sie immer sauber sind und die Menschen penibel darauf achten, ihre Zigaretten auf den Boden zu werfen. Die Menge des Mülls auf dem Boden in Bars und Kneipen scheint nämlich den Status des Ortes wiederzugeben. Je mehr Müll – desto beliebter.
Die beliebteste Feier des Jahres ist Santo Tomás, was man außer den Mengen an Müll, durch die man watet, auch an der Menge an Menschen erkennen kann, die sich durch die Straßen schiebt. Es gilt, in einer Stunde an mindestens 500 Menschen anzustoßen. Wer das nicht schafft, wird vermutlich mit Einsamkeit bestraft. Dies könnte die womöglich schlimmste Strafe überhaupt sein. Vorsichtshalber schließt man sich deshalb in Gruppen selten kleiner als zehn Personen zusammen. Dann kann man ebenfalls eine weitere Disziplin ausüben: Das möglichst komplette Benutzen aller Toiletten einer Stadt durch die Mitglieder einer Gruppe. Dabei ist es wichtig, dass immer mindestens fünf Personen draußen warten und man auf keine Fall auf die den ganzen Plan zunichte machende Idee kommt, gemeinsame Klopausen einzulegen. Immerhin regnet es ja meistens, so das das Warten nie zu einer allzu trockenen Angelegenheit wird.
Für trockene Alkoholiker ist hier vermutlich nicht besonders einfach. Vermutlich fast so schwer wie für Vegetarier, denen aber zum Glück die fast überall verfügbare Tortilla bleibt, die ich vermutlich auch als Carnivor ständig in großen Mengen konsumieren würde, weil sie so lecker schmeckt.
Und falls jemand immer schon mal hören wollte, wie eigentlich baskisch klingt, der kann seine Neugier mit diesem
sehr bekannten baskischen Lied befriedigen.
Soweit erstmal von eurer Korrespondentin aus Bilbao, Spanien, die sich hier wunderbar amüsiert,
A luego (schriftlich exakte Wiedergabe des Gehörten) und bis bald,
die Bananablaue
Glückliche Menschen sind träge und uninspiriert. Sie wollen ja nichts ändern.
So isses nun mal: Wer guten Sex hat, dem fehlt das Bedürfnis, große Taten zu vollbringen. Der fängt aber auch keine Kriege an.